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Der Pups - mehr als heiße Luft

Jeder Mensch hat sie- unabhängig von Alter, Geschlechter oder Körperbau. Darüber zu sprechen ist den Meisten peinlich. Die Rede ist von Blähungen.
Etwa 10-20 mal am Tag oder ein Pups jede Stunde gilt als normal. Nach dem Genuss blähender Speisen, wie Linsen oder Kohl, kann die Frequenz kurzzeitig deutlich ansteigen.
Wer behauptet, nach dem Genuss von Zwiebelkuchen und neuem Wein keine Blähungen zu haben, für den ist Pupsen offenbar ein absolutes Tabuthema.

Doch was sind Blähungen eigentlich?

Blähungen sind nichts anderes als Gase, die während unserer Verdauung entstehen.
Ein Pups setzt sich aus unterschiedlichen Gasen zusammen: Stickstoff, Wasserstoff, Kohlendioxid, Methan und Sauerstoff.

Woher kommen diese Gase?

In unserem Darm leben ca. 38 Billionen Bakterien, eine schier unvorstellbare Zahl mit 13 Nullen. Diese Bakterien fermentieren unsere Nahrungsbestandteile für uns und gewinnen gleichzeitig die Energie, die sie zum Leben benötigen.
Die meisten Blähungen sind, zur Freude unserer Mitmenschen, geruchslos.
Nach dem Genuss von reichlich tierischem Eiweiß, z.B. am Morgen nach einem Grillabend, kann es aber auch mal unangenehm nach den sprichwörtlichen „faulen Eiern“ riechen.
Schuld daran ist Schwefelwasserstoff.
Auch der Geruch nach faulem Kohl oder ranziger Butter kann vorkommen. Buttersäure wird nicht umsonst als Grundzutat für Stinkbomben verwendet.
Alles in allem sind Blähungen natürlich und ein Zeichen dafür, dass unsere Verdauung arbeitet und unsere Darmbakterien für uns wichtige Aufgaben erfüllen.
Empfinden wir diese Blähungen im Alltag als belastend, sollten wir mal genauer hinschauen:

Biegen Sie regelmäßig im Supermarkt in einen leeren Seitengang ab, aus dem Sie eigentlich nichts brauchen?
Atmen Sie auf, wenn Sie aus dem Bus oder der Straßenbahn endlich wieder aussteigen können oder sind froh wenn Sie ein Abteil für sich alleine haben?
Suchen Sie auf der Arbeit beinahe stündlich die Toilette auf, um sich Ihrer überschüssigen Luft zu entledigen?
Das sollten Sie nicht länger hinnehmen.
Kommen Bauchkrämpfe, Schmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung dazu und riecht es immer wieder übel, dann sollten Sie die Ursache unbedingt medizinisch abklären lassen.

Um den Status Quo zu ermitteln, kann es hilfreich sein ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen.
Notieren Sie die Uhrzeit und die Lebensmittel, die sie verzehrt haben und die Beschwerden mit Zeitangabe nach der Nahrungsaufnahme.
Dies ermöglicht uns erste Rückschlüsse auf eventuelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Intoleranzen zu ziehen.
Besteht der Verdacht das Gluten der Beschwerdeauslöser ist, sollte unbedingt eine Zöliakie, eine Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, ausgeschlossen werden.

Hier ein kurzer Überblick über weitere, mögliche Ursachen:

  • Magenschleimhautentzündungen
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • Dickdarmkrebs
  • mangelnde Produktion der Verdauungssäfte aus Gallenblase, Magen oder Bauchspeicheldrüse
  • Reizdarmsyndrom (RDS/IBS)
  • Dünn-oder Dickdarmfehlbesiedlungen
  • Histaminintoleranz
  • Hefepilzbesiedlungen und SIBO

Besonders auf die Dünndarmfehlbesiedlung möchten wir an dieser Stelle näher eingehen:
Häufig hören wir in der Praxis den Satz: „ Ich sehe oft aus wie schwanger“.

Ein starker Blähbauch begleitet von anderen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder beides im Wechsel ist ein Beschwerdebild, das wir häufig bei unseren Patienten sehen.
Sind alle anderen möglichen Ursachen ausgeschlossen oder wurden therapiert, bleibt häufig nur noch die Diagnose Reizdarmsyndrom.
Interessant ist, dass hinter ca. 60% der gestellten Reizdarmdiagnosen, in Wirklichkeit eine Dünndarmfehlbesiedlung steckt.

Was passiert bei einer Dünndarmfehlbesiedlung?
Die zu Beginn erwähnten Darmbakterien kommen überwiegend im Dickdarm vor.
Der Dünndarm hingegen ist deutlich geringer mit Bakterien besiedelt. Aus den unterschiedlichsten Gründen kann es passieren, dass sich Bakterien im Dünndarm ansiedeln und auch dort, durch Fermentation, Gase bilden.
Der Dünndarm ist aber im Gegensatz zum Dickdarm anatomisch für diese Gasemenge nicht auslegt. Dementsprechend sind die Beschwerden der betreffenden Patienten besonders intensiv.

Eine Dünndarmfehlbesiedlung ist relativ einfach über einen Atemtest festzustellen.
Nach einer im Voraus angepassten Ernährung und einem strengeren Vorbereitungstag, der alle möglichen Beschwerdeauslöser eliminiert, erfolgt der Test.
Am Morgen des Testtages trinkt der Patient eine Trinklösung. Dafür kommen verschiedene Testsubstanzen wie Laktulose, Glucose, Fruktose oder Laktose in Frage.
Diese Substanzen werden von den Bakterien fermentiert. Die dabei entstehenden Gase, wie Wasserstoff und Methan, diese können über die Ausatemluft gemessen werden.
Dazu gibt der Patient alle 20 Minuten eine Atemprobe in ein entsprechendes Teströhrchen ab.
Die Testdurchführung erfolgt bequem von zuhause aus.
In Zusammenschau mit den auftretenden Beschwerden und den gemessenen Werten, kann die Diagnose Dünndarmfehlbesiedlung gestellt oder ausgeschlossen werden.

Nicht allen intensiven Blähungen liegt eine Dünndarmfehlbesiedlung zu Grunde.
Daher führen wir eine ausführliche Anamnese durch und koordinieren eine gründliche Diagnostik, um alle möglichen Ursachen in Betracht ziehen zu können.
Nur so kann eine zielgerichtete Therapie erfolgen.